Gestern war es soweit. Nach einem letztendlich doch recht kurzfristigem Termin zur diesjährigen Bastelaktion sind dann doch 12 Leute erschienen plus einem Zaungast, der mit weitreichenden Informationen zur Seite stand.

Aber was gab es denn nun?

Im Zuge des Zeitalters hat sich unter Initiative von Bernd DK9BH der OV zu einer vielleicht nicht klassichen Bastelaktion entschieden und sich mal das Thema WSPR (Gesprochen Whisper = Flüstern) gewidmet. Durch die Gerätschaft von Sotabeams gab es kleine, fertige Gerätchen, die nur noch parametriert werden mussten und an die Spannungsversorgung angehängt werden mussten und schon waren jede Menge Signale in der Luft. Aber jetzt erst mal der Reihe nach.

An einem OV-Abend hat uns Bernd mit der Technik etwas vertraut gemacht und das Projekt vorgestellt. Hier konnte man Fragen stellen und Bernd beantwortete diese  zusammen mit Saki, DD5XX sehr ausführlich, sodass sich jeder ein genaues Bild machen konnte, warum es genau dieses Projekt geworden ist.

WSPR ist eine Technik der digitalen Übertragungsmöglichkeiten, bei der mit sehr kleinen Leistungen große Entfernungen überwunden werden können. Es gibt dazu auch keine klassischen QSO´s, denn es handelt sich eigentlich mehr um eine Möglichkeit, entweder selber unmittelbar Antennen zu vergleichen oder auch über längere Zeiträume die Ausbreitungsbedingungen zu untersuchen. Jeder Einzelne betreibt dazu nur einen kleinen Sender, der von vielen Empfängern auf der Welt bestenfalls gehört wird, die dann das Empfangssignal messen und via Internet zur Verfügung stellen. So bekommt man schon nach 2 Minuten erste Ergebnisse, die man für sich selber auswerten kann.


Am Basteltag dann präsentierte Bernd mit einem sehr kurzweiligen Vortrag noch einmal die Grundlagen und Details, auf die es ankommt. Danach wurden die Geräte verteilt. Jochen, DL6JH hatte einen Testaufbau vorbereitet, parametrierte die Geräte einschließlich Erklärung, welcher Eingabe was bedeutet und zeigte auch wie sich WSPR anhört, wenn man das Signal mal zu hören bekommt. Und schon war der Vormittag vorbei und die Chefin des Lokals stand Schreibbereit für die Essensbestellung im Saal. Gyros in Sportlervariante, mit Pommes, Bratkartoffeln, Extrasalat und sonstigen Varianten wurden in Auftrag gegeben. Als das Essen kam, wartete ich, ob das typische Schweigen zum Essen eintritt, aber das ist die Rechnung ohne den Funkamateur. Selbst mit dicken Backen war der Informationsaustausch am Laufen…


Am Nachmittag dann bauten Jochen, DG1PSI eine DK9SQ´sche Vertikal auf, Jochen, DL6JH seine Maßband-Vertikal mit Anpaßbox und Rolf, DL3AO seine Mobilvariante. Interessant dabei, die Vertikal von Walter war irgendwie nicht sauber zum Funktionieren zu bringen. Hier vermute ich mal, dass es einfach die nicht optimal genutzte Masse des Geländers war, die diese Antenne etwas schwächeln ließ. Okay, das DX auf 20m reichte dann immerhin 33 km weit… hüstel… Doch Rolf und Jochen boten sich einen harten Kampf um die Signale. Beide Antennen waren gut, doch Rolf lag die entscheidenden 3dB vorne und „gewann“ den Wettbewerb bei den Beiden. Immerhin stolze 2000 km bei den kurzen Versuchen. Beeindruckend, was mit einer Leistung von 200mW zu erreichen geht. Um sich eine Vorstellung zu machen: 1Watt WSPR entspricht ungefähr 1500 Watt SSB.

Während der Antennenversuche wurde der WSPRlite Sender von Dietmar, DL2SBA, genauer analysiert. Die Messergebnisse hierzu finden sich auf seiner Homepage: http://www.dl2sba.com/index.php/funk/wspr/308-wspr-wsprlite

Ab 15 Uhr begannen dann die Auflösungserscheinungen der netten Bastelrunde und jeder ging zuversichtlich nach Hause. In einer Nachbesprechung werden dann noch Zubehörteile für Interessierte bestellt und ab sofort kann jetzt jeder von seinem Heim-QTH aus die Welt „zuflüstern“.

Vielen Dank an Bernd, der uns das Projekt näher gebracht hat, an Jochen, DL6JH für die Parametrierungen, 2 x Jochen und Rolf für die Antennen und natürlich auch an die Mannschaft vom Vereinsheim, für die gute Verpflegung!