Vor nicht all zu langer Zeit habe ich in einem Vortrag über die kapazitiven Antennen berichtet. Damals bezog ich mich auf Messungen aus den früheren Zeiten, die nicht ich durchgeführt hatte, sondern mein Funkfreund Carsten, DL8LBK, gegenüber einem Dipol, den er in seinem Garten aufgespannt hatte. Jetzt war es also auch an der Zeit, dass ich mich selber aufmachte, um Vergleichsmessungen durchzuführen.

So fragte ich in die Runde, wer mich dabei unterstützen möchte und Philipp, DL3AA und Stavi, DG3SEG sagten zu. Ziel soll sein, die stark verkürzten Antennen gegenüber einer Inverted V zu messen und auch mit einem anderen Aufbau möglichst das Strahlungsdiagramm zu ermitteln.

Ich sage es gleich, der Versuch mit dem Strahlungsdiagramm schlug fehl. Ich vernachlässigte den Einfluss des Bodens und so kam dabei raus, dass nichts Genaues dabei herauskam. Also hier bin ich euch noch einen Versuch schuldig, den werde ich aber auch noch nachholen.

Zurück zum Vergleich, wir haben folgende Antennen für 40m aufgebaut:

  • Eine kapazitive Antenne mit einer Kugel von 200mm Durchmesser und einer eingebauten Teleskopantenne für den Abgleich
  • Eine kapazitive Antenne mit einer Kugel von 150mm Durchmesser ohne Feinabstimmung
  • Eine Inverted V mit Speisepunkt in ca. 6m Höhe

Die rechte Kugelantenne ist nur ein Beispielbild, das Original steht im Keller und ich gebe zu, ich war zu bequem, extra für ein Bild in den Keller zu gehen…

Wir schlossen an jede Antenne einen WSPR-Transceiver an und ließen diesen ca. eine halbe Stunde laufen. Die Ausbreitungsbedingungen waren zu diesem Zeitpunkt stabil, sodass man davon ausgehen kann, dass die Ergebnisse vergleichbar waren. Also suchte ich aus den Empfangsberichten diejenigen Stationen aus, die alle drei Antennen empfangen haben und sortierte einmal durch. Hier per Tabelle das Ergebnis:

Ja, wir erkennen deutlich, dass die kleine Kugelantenne mit teils mehr als 10dB deutlich schlechter war als die größere Kugel. Und die größere Kugel über den Daumen gepeilt immer 6dB schlechter als die Inverted V. Somit wurde meine Aussage, dass die kapazitiven Antennen im Schnitt zwischen 6 und 10dB schlechter sind als eine vergleichbare Drahtantenne bestätigt.

Wir haben dann nochmal einen Vergleichstest angesetzt und wollte zudem die Microvert gegenüber dieser Inverted V und der größeren Kugel ausmessen. Doch leider hat hier der Aufbau der Microvert versagt. Ich hatte auch dort eine Mantelwellensperre nach DL7AHW eingebaut, doch dort schien sich die Lötstelle gelockert zu haben und es gab nur drei Empfangsrapporte. Somit muss ich hier auch nochmal vor Ort gehen und noch einen Test durchführen.

Zur Info: Ich habe wenige Tage später die Microvert separat einfach mal so aufgebaut und getestet und erreicht viele Länder in Europa. Somit bestätigte sich zumindest, dass sie funktioniert, auch wenn die Rapporte nicht vergleichbar sind.

Wenn die Tagestemperaturen wieder etwas gemäßigter sind, werde ich nochmal ins Feld ziehen und testen. Wer generell Interesse hat, darf sich gerne melden und mitmachen!

Gruß

Stefan, DL8SFZ

P.S.: Ich baue gerade an einer Lösung für 80m/60m und 40m. Nicht ganz einfach, aber vielversprechend!