Moderne UKW-Transceiver als auch einige, die schon in die Jahre gekommen sind, verfügen über eine Funktion, die man zwar gelesen hat, aber noch nie nutzte: Die Crossband-Repeater-Funktion. Ich möchte euch heute etwas über diese Funktion erzählen, die Vorteile, die man damit haben kann und was man am besten nicht machen soll.

Um 2010 bin ich hier nach Aichwald gezogen und kam in den Genuss, die rundum freie Ausbreitung von UKW kennen zu lernen. Weniger in SSB, jedoch mehr in FM. So fanden sich auch neue Funkfreunde, die ich über 2m direkt kontaktieren konnte. Mit nur 5 Watt an einer X-50 Antenne reichte mein Signal sehr weit ins Remstal. Stavi, DG3SEG am Rand von Fellbach war mit ähnlichem Equipment unterwegs und wir füllten viele Stunden mit QSOs. Aber da war dann noch eine Leidenschaft, die ich lebte, die sich aber nicht mit Funk vereinbaren ließ: Ich ging zwei oder drei Mal in der Woche raus eine Runde laufen, um einen Ausgleich für die Bürotätigkeit zu bekommen. Aber mit dem Handfunk reichte es nicht über den kleinen Hügel bei Lobenrot, wir konnten uns nicht hören, und wenn wir beide zusammen unterwegs waren, ging noch weniger. Unter diesen Voraussetzungen kam mir die Crossband-Repeaterfunktion wieder in Erinnerung. Und so konnte ich entspannt hier rings um Schanbach zu Fuß unterwegs sein und doch einwandfreien Funkbetrieb mit Stavi führen.

Und was ist jetzt daran so schwer? Eigentlich nichts. Aber man sollte doch so ein paar Dinge beachten. Hier mal der Reihe nach ein paar Punkte, auf die man achten sollte, bevor man loslegt.

  • Man muss sich im Klaren sein, dass dieser Crossband-Repeater auch gegen Fehlfunktion geschützt werden muss.
  • Man muss Vorkehrungen treffen, um unberechtigte Nutzung soweit es geht, einzuschränken bzw. auszuschließen
  • Ein Crossbandrepeater ist mehr oder weniger immer am Senden! Zwar wechselt die Richtung, aber die Endstufe ist immer im Einsatz
  • Kein Crossbandrepeater und Relaisbetrieb kombinieren!

Einige Funkamateure haben in die Spannungsversorgung ihres Repeaters eine fernsteuerbare Steckdose eingebaut, sodass man den Transceiver über das Handy fernbedient ausschalten kann. Das ist die beste und sicherste Lösung, um auf Nummer sicher zu gehen.

Auf die unberechtigte Nutzung sollte man besonders Acht geben. Das muss nicht immer ein Funkamateur sein, der sich in das System einschleicht und mitmischt, es kann auch einfach nur eine Störung sein, die den Crossbandrepeater am Senden hält. Geschickterweise verfügen die Geräte über eine CTCSS-Funktion, die uns hier weiterhilft. Auf alle Fälle sollte die Verbindung zwischen Handfunkgerät (Ich am Laufen) und Heimstation (Der Crossbandrepeater) mit einem CTCSS-Ton abgesichert werden. Auch die DCS-Funktion ist da hilfreich. Beides verhindert, dass ein Signal ohne diese „Kennung“ den Crossbandrepeater zum Senden bringt.

Um auch die umgekehrte Richtung abzusichern, nutze ich dort auch einen CTCSS-Ton, den aber auch meine Gegenstationen wissen müssen, denn sonst hört man leider nichts von den anrufenden Stationen!

Und jetzt zum eigentlich wichtigsten Punkt: Eine Stunde QSO über den Crossbandrepeater ist eine Stunde Dauersenden für den Transceiver. Deshalb sollte man darauf achten, nicht die hohen und höchsten Leistungsstufen zu verwenden, denn die Geräte erwärmen sich schon sehr. Ich nutze auf der Handfunkseite auf 70cm immer nur die kleinste Leistung, die meine Station kann. Auf der 2m-Seite kann es auch mal eine Stufe stärker sein, aber das spürt man schon deutlich an einer höheren Temperatur. Bei mir sind das dann 5 Watt und 10 Watt. Es macht Spaß, mit dem kleinen Handfunk im Umkreis von bis zu 3 km unterwegs zu sein und eine stabile Verbindung nach Fellbach zu haben. Selbst im Keller oder Tiefgarage habe ich noch Empfang und kann in Kontakt bleiben. Stavi, DG3SEG nutzt dasselbe Prinzip, wenn er auf seine Laufrunde geht. Egal ob mitten in Fellbach oder am Ortsrand von Rommelshausen, er ist immer top zu verstehen.

So macht es Spaß beim Funken. Wer dabei etwas nachdenkt, könnte ja auf den Gedanken kommen, auf einer Seite den Handfunk anzubinden und auf der anderen Seite auf ein Relais zu gehen. Das klingt zuerst recht schlüssig, aber es wird nicht funktionieren. Der Grund ist einfach: Wenn ich mit dem Handfunk aufhöre zu senden, schaltet der Crossbandrepeater ab. Aber auf der anderen Seite liegt das Sendesignal vom Relais an, das sofort den Crossbandrepeater in die andere Richtung zum Senden bringt. Und jetzt sendet er, bis irgendwann das Relais abfällt. Wer Relaisbetrieb kennt, der weiß, dass das manchmal sehr lange dauern kann. Man hat keine Chance mehr, selber ans Senden zu kommen. Deswegen ist der Einsatz eines Crossbandrepeaters in Verbindung mit einem Relais nicht möglich!

Ich nutze die Crossbandfunktion sehr oft. Beim FT-8800 oder FT-8900 ist mit drei Knopfdrücke die Funktion aktiviert. Andere, moderne TRX brauchen teils fingerverrenkende Druckkombinationen von 3 Tasten und mehr, um die Funktion zu aktivieren, aber vom Prinzip her immer dasselbe. Selbst Handfunkgeräte verfügen schon über diese Funktion, hier wäre ich aber mit der Leistung sehr vorsichtig! Für verschiedene China-Handfunkgeräte gibt es eine Zusammenschaltung, bei der aus zwei Funkgeräten ein Crossbandrepeater wird. Erfahrung dazu habe ich keine, aber man findet dazu einiges im Internet.

Neugierig geworden? Dann rann an die Sache! So macht die Heimstation gleich noch mehr Freude! Und für den einen oder anderen ist es jetzt eine Motivation, einen neueren Duobander mit dieser Funktion zu kaufen!

Gruß Stefan

DL8SFZ